POTS nach COVID: Schwindel, Herzrasen und Kreislaufbeschwerden einordnen
Von Tayfun Boztepe · Heilpraktiker Lampertheim

POTS nach COVID: Schwindel, Herzrasen und Kreislaufbeschwerden einordnen
Nach einer COVID-Infektion berichten manche Menschen über Herzrasen beim Aufstehen, Schwindel, Zittern oder das Gefühl, im Stehen „leer zu laufen“. Dahinter kann eine Störung des autonomen Nervensystems stehen. POTS – posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom – ist eine mögliche, aber nicht die einzige Erklärung. Das RKI-Informationsportal zu Long COVID nennt Herz-Kreislauf-Folgen einschließlich POTS als beobachtete Langzeitassoziation.
Wir ersetzen keine hausärztliche oder fachärztliche Versorgung. Bei Brustschmerz, ausgeprägter Atemnot, Ohnmacht, neurologischen Ausfällen oder plötzlicher Verschlechterung wählen Sie den Notruf 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Die Naturheilpraxis Juvanity in Lampertheim ergänzt die schulmedizinische Abklärung durch eine strukturierte Long-COVID-Erstanamnese in Lampertheim – ohne Heilversprechen und ohne Standardprotokoll.
Typische Beschwerden – ohne Selbstdiagnose
Beim Aufrichten steigt die Herzfrequenz ungewöhnlich stark, oft mit Palpitationen, Benommenheit, Konzentrationsproblemen und Besserung im Liegen. Hitze, langes Stehen oder wenig Flüssigkeit können verstärken. Wichtig: Brustschmerz, Ohnmacht, neurologische Ausfälle oder zunehmende Atemnot gehören zuerst in die Notfall- oder fachärztliche Abklärung – nicht in eine Infusionspraxis.
- Pulsanstieg im Stehen, relativ stabiler Blutdruck (im klassischen Bild)
- Schwindel, Schwäche, „Brain Fog“ im aufrechten Zustand
- Verschlechterung bei Hitze oder nach dem Essen
- Alltagseinschränkung durch kurze Stehzeiten
Welche Abklärung zuerst kommt
Kardiologie und oft Neurologie klären, ob Rhythmusstörungen, Anämie, Schilddrüse, Medikamente oder andere Ursachen vorliegen. Schellong-Test oder Kipptisch gehören in ärztliche Hand. Wir ersetzen diese Diagnostik nicht. In der Long-COVID-Erstanamnese in Lampertheim schauen wir, welche Befunde schon da sind und welche Lücken geschlossen werden sollten.
Der BfArM-Therapie-Kompass listet POTS als eigenes Versorgungsfeld neben Fatigue und PEM. Medikamente, die in Leitlinien diskutiert werden, verordnet der Arzt. Naturheilkundliche Begleitung kann Alltagsfaktoren sortieren: Trinkmenge, Elektrolyte nur nach Absprache, Kompression, Tagesstruktur, Salz – niemals als Rezept aus dem Netz.
Alltag, ohne den Kreislauf zu überfordern
Lange Schlangen, heiße Räume und plötzliches Aufstehen sind klassische Trigger. Wer aus Mannheim oder Worms anreist, sollte Wege, Wartezeiten und Folgetermine mitdenken. Infusionstherapie ist bei Kreislaufbeschwerden kein erster Schritt. Erst wenn kardiologische Fragen geklärt sind und ein konkretes Ziel besteht, kann über begleitende Maßnahmen gesprochen werden.
- Ärztliche Abklärung vor Selbstversuchen mit Stimulanzien oder Hochdosis-Salz
- Stehzeiten staffeln, Sitzgelegenheiten einplanen
- Medikamentenliste mitbringen, inklusive Absetzwünsche nicht allein umsetzen
- PEM und POTS können parallel bestehen – Belastung doppelt vorsichtig dosieren
Was wir in Lampertheim beitragen können
Wir hören den Verlauf, lesen mitgebrachte EKGs und Laborwerte und trennen Kreislaufmuster von reiner Fatigue. Eine Blutuntersuchung kann Eisen, Schilddrüse oder Entzündungsmarker zeigen, die Symptome verstärken. Einen POTS-Nachweis „per Infusionstest“ gibt es nicht.
Alltag in der Rheinebene: Hitze, Wege, Stehzeiten
Sommerliche Staus auf der A6, stehende Straßenbahnen in Mannheim oder lange Schlangen an der Kasse sind für POTS-Verdächtige keine Kleinigkeit. Kühlen, sitzen, Kompression nur nach Absprache, ausreichend, aber nicht wahllos trinken. Wer regelmäßig schwindelig wird, sollte nicht allein Auto fahren, bis eine ärztliche Einschätzung vorliegt.
Orthostatische Beschwerden und PEM zusammen machen Terminketten besonders teuer. Deshalb lieber ein vorbereitetes Gespräch in Lampertheim als drei Stehtermine hintereinander. Salzloading, Midodrin oder andere Arzneimittel entscheidet der Arzt – nicht ein Blogtext.
Ein einfacher Selbstversuch „aufstehen und Puls zählen“ kann ein Gespräch vorbereiten, ist aber keine Diagnose. Messfehler, Koffein, Fieber und Aufregung verfälschen Zahlen. Bringen Sie Protokolle mit Uhrzeit, Position und Symptomen mit – nicht nur Screenshots einer Fitnessuhr. Wir lesen das gemeinsam und entscheiden, ob der nächste Schritt Kardiologie, Labor oder Alltagsanpassung heißt.
Schwere Verläufe mit Ohnmachten, Brustschmerz oder neurologischen Ausfällen gehören nicht in eine Warteliste für Vitalstofftropfen. Hier zählt Tempo Richtung Notfall- oder Fachversorgung. Heilpraktische Begleitung kommt danach wieder ins Spiel, wenn die akute Sicherheit geklärt ist und ein Fahrplan für den Rest des Alltags fehlt.
Kompressionsstrümpfe, langsameres Aufrichten und kühlere Räume klingen banal, sind aber oft die ersten alltagstauglichen Hebel, während Sie auf den Facharzttermin warten. Sie ersetzen keine Diagnose und dürfen bei arteriellen oder Hautproblemen nicht ungeprüft eingesetzt werden.
Quellen und Einordnung
Die folgenden Ratgeber orientieren sich an öffentlich zugänglichen Leitlinien und Behördeninformationen, nicht an Heilversprechen. Aktuelle Orientierung bieten RKI-Informationsportal zu Long COVID, die G-BA-Versorgung bei Long-COVID, die AWMF-S1-Leitlinie Long/Post-COVID, das WHO-Factsheet Post COVID-19 condition und der BfArM-Therapie-Kompass. Forschung und Empfehlungen ändern sich – einzelne Aussagen ersetzen keine individuelle medizinische Beurteilung.
Häufige Fragen
Kann ich POTS mit einer Fitnessuhr diagnostizieren?
Wearables liefern Hinweise, ersetzen aber keine ärztliche Messung und Differentialdiagnose.
Ist Herzrasen nach Corona immer POTS?
Nein. Angst, Fieber, Anämie, Schilddrüse, Medikamente oder Rhythmusstörungen müssen mitgedacht werden.
Hilft mehr trinken immer?
Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt können eine Rolle spielen, sind aber keine Universallösung und bei Herz- oder Nierenerkrankungen ärztlich zu klären.
Soll ich Sport machen?
Nur nach ärztlicher Freigabe und angepasst an PEM. Unsupervised Intervalltraining kann schaden.
Wann in die Notaufnahme?
Bei Brustschmerz, Ohnmacht, schwerer Atemnot, neurologischen Ausfällen oder neuem unregelmäßigen Herzschlag.
Weitere Beiträge im Cluster: Long-COVID-Ratgeber im Journal. Weiterlesen: Brain Fog, Zusammenarbeit mit Fachärzten. Wenn Sie einen individuellen Fahrplan wünschen: Termin zur Long-COVID-Erstanamnese.
Hinweis nach HWG: Dieser Text dient der Information. Wir versprechen keine Heilung von Long COVID, ME/CFS oder POTS. Infusionen, Mikronährstoffe und naturheilkundliche Begleitung sind keine zugelassene Standardtherapie für Long COVID. Ob ein Schritt sinnvoll ist, entscheidet sich erst nach Anamnese, vorhandenen Befunden und – wo nötig – ärztlicher Abklärung.
